Ich muss Sie künftig leider belügen

[Kolumne]

Sind Sie Genießer oder Verwerter? Werfen Sie lieber ein Bio-Steak in die Pfanne oder eines aus Pressfleisch? Möchten Sie Medien konsumieren, die investigativ recherchieren oder solche, die ein bisserl Werbung untermischen, ohne dass Sie es merken?
Ich sag’s Ihnen: Sie sind Genießer und bevorzugen ein saftiges Steak möglichst aus regionaler Bio-Herstellung, weil’s besser schmeckt und nachhaltig ist. Sie mögen nicht mit Fake-News vera…(böses Wort) werden.

Wo ist dann das Problem?


Viele Medienkonsumenten wollen meist nicht für Qualitätsjournalismus bezahlen. Das jedenfalls ergab eine repräsentative Umfrage der Edelman.ergo GmbH.

Die Zahlungsbereitschaft für journalistische Angebote wird nicht größer, wenn die Qualität der Medien besser wird,

kann man auf der Internetseite des Unternehmens nachlesen. Ziel der Umfrage sei gewesen herauszufinden, wie viel die Menschen bereit sind, für Qualitätsjournalismus zu zahlen.

Für 40 Prozent der Befragten zeichnet sich Qualitätsjournalismus durch eine ausgewogene Berichterstattung aus. 29 Prozent verbinden mit dem Begriff investigative Recherche.

18 Prozent der Befragten wünschen sich zwar mehr investigative Recherchen, aber noch mehr Leuten ist es egal, ob sich der Journalismus verbessert oder nicht.

Susanne Marell, CEO Edelman.ergo, kommt zu dem Schluss, dass kostendeckendes Arbeiten für Verlage und Redaktionen unmöglich zu sein scheint.

Was also tun?

Ich möchte mich nicht wiederholen und verlinke zu zwei Beiträgen, in welchen ich Vorschläge unterbreite, wie ich an Ihr Geld kommen möchte.
Wie Sie hohe Aufmerksamkeit mit kleinem Budget erzielen

Wie Sie mit kleinem Budget großes Corporate Publishing betreiben

Mit journalistischer Glaubwürdigkeit allein wird das wohl nichts. Geht es auch einfacher, bequemer?

Kriminell werden?

Anscheindend beherrschen andere deutlich besser, an Geld zu kommen. Würde? Wurscht! Berufsethos? Davon wird niemand satt.
Wenn der Porsche aus der Portokasse bezahlt wird

Ich könnte Ihnen ja einiges unterjubeln, mal schnell zusammengeklickt oder zwischen Tür und Angel hingeschrieben. Ach was, die paar Rechtschreibfehler …
Oder aber auf dem Klo die Videokamera einschalten. Die Leute sind ja verrückt nach Blödsinn. Dann käme ich groß als YouTuber raus, die Kasse klingelt, peinliche Selbstinszenierungen sind ja en vogue. Oder lügen, was das Zeug hält. Hauptsache ungewöhnlicher Stoff, verkauft sich immer!

Nein, nichts von all dem. So weit will niemand sinken. War ja auch nur provokant gemeint.
Aber eben nicht ganz ohne Grund, wie die o. g. Umfrage beweist.

Ich glaube an das Gute

Bleiben wir doch mal auf dem Teppich. Wie bereits in einem Beitrag über die Prinzipien meiner Arbeit betont,

bleibt Raum für Unternehmen und Marken, die als Sponsoren mit ihren Geschichten[…] Aufmerksamkeit erlangen. Dabei müssen wir als Journalisten klar kenntlich machen, welchen Zielen und Regeln wir folgen, von welchen Unternehmen oder Marken wir finanzielle Unterstützung erhalten.

Geht doch!

Möchten Sie nun doch das gute Steak medium oder darf ich Ihnen auf den Teller kotzen? Sinnbildlich natürlich.

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