Heute schon gesparkt?

Mit Google Plus schwappt eine neue Welle von Anglizismen in den deutschen Sprachraum: Sparks, Circles, Hangouts.
Kaum eingerichtet, wird Google Plus schon wieder encirclet, lese ich in einem Post, oder muss es „entcircelt“ heißen? Trotz „Google“ konjugieren wir ja auch „googeln“. Haben wir unser Google-Konto upgedatet oder geupdatet? Die Konjugation von Verben aus der englischen Sprache ist heute mein Schuh, der drückt.

Zunächst müssen wir feststellen, dass es trennbar und untrennbar zusammengesetzte Verben gibt. (Zum Vertiefen: http://www.mein-deutschbuch.de/) Die Unterscheidung ist nicht immer eindeutig. Es bilden sich mit der Zeit Konventionen auf der Grundlage von Parallelbildungen deutscher Verben heraus.

Beispiel: Sowohl „WAHRIG Deutsches Wörterbuch“ als auch der DUDEN nennen als Konjugationsmuster „upgegradet“. Ein Blick ins Internet verrät aber, dass Nutzer auch die Form „geupgradet“ verwenden.

Uneins sind sich oben genannte Wörterbücher in Bezug auf „downloaden“. Während WAHRIG konjugiert „ich habe gedownloadet“ (untrennbares Verb), nennt der DUDEN die Form „ich habe downgeloadet“.

Im Duden-Newsletter vom 9. März 2007 fand ich das Beispiel „recyceln/recyclen“, von dem sich die Konjugation von „entcirclen“ bzw. „entcirceln“ ableiten ließe:

Beide Schreibungen des Infinitivs sind korrekt. Bei der Schreibung „recyceln“ handelt es sich um die ans Deutsche angeglichene Form, … , während die Form „recyclen“ in Anlehnung an den englischen Infinitiv „to recycle“ gebildet ist. Konjugiert werden kann entsprechend auf der Basis beider Stämme: „ich recycele/ich recycle“, „er recycelt/recyclet“, „wir recycelten/recycleten“.

Nach Auffassung der Duden-Redaktion macht es keinen Unterschied, welches Partizip II – recycelt oder recyclet – verwendet wird, die Aussprache ist gleich.

Ungebeugt kommt auch die am Englischen orientierte Schreibung „recycled“ vor.

Mein Kollege hat sein Google-Plus-Konto „encirclet“, also Kontakte aus bestimmten Kreisen entfernt. Der Vorschlag, „entcircelt“ zu schreiben, ist ebenso richtig. Mein Sprachgefühl fühlt sich halt eher zu dieser Variante hingezogen.

Wir dürfen gespannt sein, wie sich die Google-Plus-Wörter im deutschen Sprachgebrauch entwickeln!

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Ein Kommentar
  1. Arnd sagt:

    Nun ja, der Duden ist nicht zu Unrecht 2013 zum Sprachpanscher des Jahres ernannt worden. Zwei Buchstaben englisch, zwei Buchstaben deutsch, 6 Buchstaben englisch in einem Wort, goes it still?

    Stehen eigentlich „Ergebniss“, „Gallerie“, „Standart“ und „Maschiene“ schon drin…?

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