Ramona Hapke

Ramona Hapke

Journalist, Blogger & Publisher

PR-Bilder für Medien aufbereiten

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Grafiken, Präsentationen, Fotos und andere visuelle Dokumente gehören in jede Pressemappe, ganz gleich, ob sie in gedruckter Form, als Liste im Pressebereich einer Firmenwebseite, in Presseportalen oder in einem eigenen Newsroom abgelegt werden. Häufig fehlen die Metatexte eines Bildes: nutzungsrechtliche Angaben für Medienvertreter, Bildunterschriften und Stichwörter, was zu Ärger und Verunsicherung in den Redaktionen führt. Auch der Dateiname hilft nicht wirklich weiter: Bezeichnungen, wie firma_xy.jpg gehen im hektischen Redaktionsalltag schnell verloren und können dann der eigentlichen Pressemeldung nicht mehr zugeordnet werden. Fotos oder sogar die gesamte Pressemeldung werden unter Umständen nicht verarbeitet: Pressearbeit für den Papierkorb, viel Aufwand für ein Unternehmen, der ohne Wirkung bleibt.

Wie werden Pressebilder aufbereitet, um Medienvertretern die Verwendung zu erleichtern und die (mehrfache) Abdruckwahrscheinlichkeit zu erhöhen?

Digitales Bildmaterial
Screen Presseportal.de

Heutzutage stellen Unternehmen und Agenturen ihre Fotos zur Presseveröffentlichung meist digital in unterschiedlichen Auflösungen bereit. Aus diesem Material können Redakteure die für ihr Medium geeigneten Bilder auswählen, zum Beispiel in Druckauflösung ab 300 dpi oder weboptimierte, komprimierte Grafiken für die Veröffentlichung im Internet. Digitale Kameras liefern Bilddaten mit, z. B. Blende, Belichtung, Dateigröße, Aufnahmedatum, Geodaten u. v. m. Andere wichtige Informationen, wie die IPTC-Daten, müssen manuell eingetragen werden: Sie enthalten u. a. Hinweise, wie der Redakteur mit dem Bildmaterial umgehen darf.

Metainformationen nach IPTC-Standard

CC-LizenzAngaben, wie honorarfrei zur Presseveröffentlichung oder ein Verweis auf Creative-Commons-Lizenzen sind zwar eine erste Orientierung, für eine professionelle Weiterverarbeitung und Archivierung reichen sie aber nicht aus. Redaktionen benötigen beispielsweise auch Urheber- und andere Hinweise, die in so genannten IPTC-Daten als Bildinformationen hinterlegt werden können.

IPTC-Photo-Metadaten wurden geschaffen, um eine Aufnahme zu beschreiben und zu administrieren. Sie enthalten die relevanten Informationen über Rechte. Mit den Metadaten wird es möglich, Pressefotos auch unabhängig von einer konkreten Pressemeldung zu archivieren oder in einer Bilddatenbank zu nutzen.
screen_presseportal2
IPTC (International Press Telecommunications Council ) steht auch für eine internationale Organisation, die den IPTC-Standard festgelegt hat und weiterentwickelt.

IPTC-Daten bearbeiten

Bearbeitung der Metadaten im Programm Corel PaintSHop Photo Pro
Eine Bilddatei ist mehr als nur ein Motiv, sie enthält reservierte Bereiche für Metadaten. Mit vielen Bildbearbeitungsprogrammen lassen sich diese Daten bearbeiten und ausgelesen. Hierzu gehören Photoshop Elements, Corel PaintShop Photo Pro, Cumulus, Caption Writer, FotoStation (je kostenpflichtig) sowie
Irfanview, PhotoMe und IPTC-Writer (jeweils kostenfrei). Oftmals kann der Nutzer eine Demo-Version herunterladen und erst einmal ausprobieren, mit welchem Programm er am besten zurecht kommt.

Nach dem Öffnen des zu bearbeitenden Bildes muss ein Menü zur Bearbeitung von Metadaten aufgerufen werden. Das Ausfüllen der IPTC-Felder ist nicht ganz einfach ist, da eine große Anzahl an Daten eingetragen werden kann. Aber keine Redaktion erwartet vollständige Angaben. Wichtig sind vor allem Firma, Autor (Fotograf), Titel, Instruktionen (z. B. müssen bestimmte Personen verpixelt dargestellt werden, Veröffentlichungs-Einschränkungen usw.), ggf. Titel der zugehörigen Pressemitteilung, Bildunterschrift, Schlagwörter u. ä.


Ungeeignet sind Quellenangaben, wie Pressebild, privat oder das Kürzel oh (ohne Honorar). Nach der Erfahrung von Frank Schleicher, Projektmanager Multimedia bei der news aktuell GmbH, verschleiern sie eher als dass sie nützen. Nach dem Speichern sind die IPTC-Daten Bestandteil der Bilddatei geworden, Sie können jederzeit nachbearbeitet werden.

Frank Schleicher rät Presseverantwortlichen, bei mangelhaftem oder fehlendem Bildnachweis Kontakt mit den verantwortlichen Redakteuren aufzunehmen.

Dabei sollte man freundlich daran erinnern, dass die korrekten Quellenangaben die Voraussetzung dafür sind, dass Pressestellen PR-Bilder kostenfrei zur Verfügung stellen.

Vorausgesetzt natürlich, das Unternehmen hat die IPTC-Daten auch eingetragen.

Hilfen

Adobe Photoshop

IPTC

http://www.iptc.org/IPTC4XMP/

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